Studie zeigt: Ältere leiden früher unter Hitze als bisher angenommen
Die Gesundheit von Menschen über 60 ist bereits bei tieferen Temperaturen als bisher angenommen gefährdet. Wie der Guardian berichtet, legt eine Studie im Lancet Public Health nahe, dass in Zukunft immer mehr Menschen aller Altersgruppen unter Hitzestress leiden werden – insbesondere ältere Personen.
Uncompensable Heat Stress (UHS) – nicht ausgleichbare Hitzebelastung – nennt man den Zustand, bei dem der Körper nicht mehr in der Lage ist, sich genügend abzukühlen. Betroffene Personen können ernsthafte gesundheitliche Schäden erleiden und sogar daran sterben.
Ältere Personen sind davon stärker betroffen. Sie schwitzen weniger, ihr Herz muss in der Hitze stärker arbeiten und ihre Blutgefässe können sich weniger gut ausweiten, wodurch sich der Körper weniger gut abkühlt.
Diesen Umstand hätten jedoch Forscherinnen und Forscher bisher nicht genügend beachtet. In früheren Studien seien für alle Altersgruppen dieselben Schwellenwerte angewendet worden. Während diese auf junge Menschen zutrafen, wurde die grössere Anfälligkeit von älteren Personen nicht miteinbezogen.
Der Temperaturanstieg infolge des globalen Klimawandels, gepaart mit der demografischen Überalterung werde in der Zukunft zu mehr Betroffenen führen. 2050 werden mit ca. 2,1 Milliarden doppelt so viele Menschen über 60 Jahre alt sein als heute. «UHS wird mit der globalen Erwärmung in allen Altersgruppen immer häufiger auftreten. Es wird prognostiziert, dass ältere Erwachsene weitaus häufiger und grossflächiger von UHS betroffen sein werden als junge Erwachsene», schreiben die Studienautorinnen und -autoren.
Die Studie deutet darauf hin, dass ältere Erwachsene bereits bei einer globalen Erwärmung von 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau von einer schädlichen und potenziell tödlichen Hitzebelastung betroffen sein könnten. Bei jüngeren Erwachsenen ist dies erst bei 4 °C Erwärmung der Fall. (nil)
