Wirtschaft
International

USA Iran Krieg: Donald Trump droht mit Wirtschaftskrieg.

President Donald Trump speaks during a meeting with technology leaders in the Roosevelt Room of the White House, Wednesday, Aug. 19, 2026, in Washington. (AP Photo/Jacquelyn Martin)
Donald Trump
US-Präsident Donald Trump hat via Truth Social dem Iran mit einem Wirtschaftskrieg gedroht.Bild: keystone

Trump droht Iran mit Wirtschaftskrieg

20.08.2026, 01:3720.08.2026, 07:01

Vor dem Hintergrund fehlender Erfolge bei den Verhandlungen mit Teheran hat US-Präsident Donald Trump dem Iran mit einem beispiellosen «Wirtschaftskrieg» gedroht. Auch müsse jedes Land samt seiner Finanzinstitutionen, Unternehmen, Flughäfen und Regierungsbehörden bei einer Unterstützung des Irans mit «GEWALTIGEN wirtschaftlichen Konsequenzen» rechnen, verkündete er auf seiner Plattform Truth Social. Es brauche die Hilfe aller Verbündeten der USA, um die vom Iran ausgehende Bedrohung zu stoppen.

Zweieinhalb Monate vor den wichtigen Zwischenwahlen in den USA steht Trump innenpolitisch stark unter Druck - auch weil er in seinem Krieg gegen den Iran seit Wochen keine offensichtlichen Erfolge für sich verbuchen kann. Weder auf diplomatischer noch auf militärischer Ebene scheint es in seinem Sinne voranzugehen. Nicht nur bei den Verhandlungen über eine Wiedereröffnung der Strasse von Hormus, die Handelsschiffe vor Kriegsbeginn noch ungehindert passieren konnten, zeigte sich Teheran unbeeindruckt von den regelmässigen Drohgebärden des Republikaners.

KEYPIX - epa13178254 A woman walks next to an anti-Trump billboard in Tehran, Iran, 19 August 2026. Iranian parliament speaker Mohammad Bagher Ghalibaf said that the Strait of Hormuz will remain close ...
Im Würgegriff: ein Anti-Trump-Transparent in Teheran, fotografiert am 19. August 2026.Bild: keystone

Schon seit längerem gelten Sanktionen der USA gegen den Iran. Nun scheint Trump diese nochmal ausweiten zu wollen. «Ölschmuggel, Währungstauschabkommen, Geldtransfers, Wechselstuben, Schiffsregister, Tarnfirmen – all das muss sofort gestoppt werden», schrieb Trump weiter.

Wie genau der US-Präsident die Führung in Teheran in die Knie zwingen will, blieb zunächst aber offen. Ebenso die Frage, welche Konsequenzen Ländern drohen, die den Iran «unterstützen». Damit könnten vor allem Staaten wie Russland, Indien oder China gemeint sein, die weiterhin iranisches Öl beziehen. Der Ölexport ist die wichtigste Einnahmequelle des islamistischen Machtapparats im Iran.

Unterdessen berichtete das Nachrichtenportal «Axios» unter Berufung auf zwei US-Beamte, das amerikanische Militär habe einen Schifffahrtskorridor für die Ein- und Ausfahrt aus der Strasse von Hormus eingerichtet, um den Transport von täglich mehreren Millionen Barrel Öl zu ermöglichen. Seit einigen Wochen passierten jede Nacht 15 bis 20 Tanker die Meerenge über eine südliche Route entlang der Küste des Omans, hiess es. Jeden Tag gelangten so rund zehn Millionen Barrel Öl - etwa die Hälfte des Volumens aus der Zeit vor dem Krieg - auf den globalen Energiemarkt.

Gescheiterte Verhandlungen

Die USA üben bereits seit April starken wirtschaftlichen Druck auf den Iran aus. Unter dem Codenamen «Operation Economic Fury» will Trump den Iran aller Möglichkeiten berauben, islamistische Terror zu finanzieren, wie ist die USA nennen.

Switzerland Iran-US Talks June 2026 Iranian Foreign Minister Abbas Araghchi shakes hands with a Swiss official during a meeting at the Burgenstock resort in Obburgen, near Lucerne, Switzerland, on Jun ...
Um einen dauerhaften Frieden zwischen den USA und dem Iran wurde auch auf dem Bürgenstock in der Schweiz gerungen.Bild: www.imago-images.de

Das Abkommen zwischen den USA und dem Iran kam im Juni zustande und sah zunächst eine zweimonatige Waffenruhe vor. Diese wurde von beiden Seiten mehrfach gebrochen.

Darin liegt auch einer der Gründe, warum dieses sogenannte Memorandum of Understanding, das zum Ziel gehabt hätte, in nad 60 Tagen einen dauerhaften Frieden zwischen den beiden Kriegsparteien aufzubauen, am 17. August ergebnislos auslief.

Neuralgische Punkte des Abkommens, bei denen sich die USA und Iran nie auf gemeinsame Lösungen verständigen konnten, betrafen die Strasse von Hormuz oder das iranische Atomprogramm.

Nach Worten Trumps vom Dienstag gab es zuletzt keine laufenden Verhandlungen mehr. «Es finden derzeit keine Gespräche oder Verhandlungen mit der Islamischen Republik Iran statt, und es sind auch keine geplant», teilte er mit. Am Vortag hatte er dem US-Sender Fox News noch gesagt, Vertreter der US-Regierung stünden im direkten Kontakt mit den mächtigen iranischen Revolutionsgarden. In der Vergangenheit hatte Trump immer wieder mit Behauptungen zu angeblichen Gesprächen und Verhandlungsständen für Aufsehen gesorgt, die vom Iran dementiert wurden.

Update folgt...

(her/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Iran-Krieg in Bildern
1 / 30
Iran-Krieg in Bildern

Menschen heben bei einer Demonstration in Tel Aviv die Hände, um ein Ende des Krieges zu fordern.

quelle: keystone / maya levin
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Trump will Strasse vom Hormus zu US-Territorium erklären
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
120 Millionen Barrel: USA sollen EU-Staaten zur Freigabe von Dieselreserven zwingen
Die US-Regierung soll versuchen, EU-Staaten zur Freigabe ihrer strategischen Dieselreserven zu zwingen. Andernfalls droht sie mit einem Exportstopp für Diesel nach Europa.
Die US-Regierung versucht offenbar, EU-Staaten zu zwingen, ihre strategischen Dieselreserven zum Verkauf anzubieten. Laut dem «Spiegel» droht Washington damit, die Dieselexporte nach Europa zu stoppen, sollte die EU nicht darauf eingehen.
Zur Story