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Gegen schwarzen Hautkrebs: Pharmafirmen melden Erfolg mit mRNA-Impfstoff

Gegen schwere Krebsform: Pharmafirmen melden Erfolg mit mRNA-Impfstoff

Das US-Biotechnologieunternehmen Moderna und der US-Pharmakonzern Merck haben einen wichtigen Erfolg bei der Entwicklung eines neuartigen Impfstoffs gegen schwarzen Hautkrebs erzielt.
19.08.2026, 15:4319.08.2026, 15:49

Ein gemeinsam entwickelter und auf jeden Patienten zugeschnittener mRNA-Impfstoff hat in einer entscheidenden klinischen Studie überzeugt.

Hautkrebs, Melanom, Untersuchung, Symbolbild
Eine Person bei der Kontrolle von Muttermale zur Krebsprävention. (Symbolbild)Bild: Shutterstock

Der Impfstoff mit dem Namen Intismeran wurde bei mehr als 1100 Patienten mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs getestet, deren sichtbarer Tumor zuvor vollständig operativ entfernt worden war. Zusammen mit dem bereits zugelassenen Krebsmedikament Keytruda von Merck verlängerte er die Zeit, in der die Krankheit nicht zurückkehrte, stärker als Keytruda allein, wie die Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Zudem verringerte die Kombination das Risiko, dass sich der Krebs in entfernte Teile des Körpers ausbreitet.

Moderna-Chef Stéphane Bancel sprach von einem bedeutenden Schritt. «Das ist ein grosser Moment für die Medizin und ein grosser Moment für die Patienten», sagte er dem US-Sender CNBC.

Wie gross der Vorteil für die Patienten genau war, ist allerdings noch offen. Moderna und Merck veröffentlichten zunächst keine konkreten Zahlen. Auch ist noch nicht geklärt, ob die Patienten dank der zusätzlichen Behandlung länger leben. Dies soll im weiteren Verlauf der Studie untersucht werden.

Schwarzer Hautkrebs macht zwar nur einen kleinen Teil aller Hautkrebserkrankungen aus, verursacht aber den Grossteil der Todesfälle. Besonders nach einer erfolgreichen Operation besteht bei Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung die Gefahr, dass der Krebs zurückkehrt.

Möglicher Wendepunkt für Moderna

Das Besondere ist die verwendete mRNA-Technologie. Laut den Unternehmen ist es weltweit die erste Krebstherapie auf dieser Basis, die eine entscheidende Phase-III-Studie erfolgreich abgeschlossen hat. Solche Studien sind üblicherweise der letzte grosse Schritt vor einem Antrag auf Zulassung.

Die mRNA-Technologie wurde vor allem durch die Corona-Impfstoffe bekannt. Intismeran soll allerdings keine Krankheit verhindern, sondern bereits erkrankte Patienten behandeln. Dafür wird zunächst der Tumor jedes Patienten untersucht und anschliessend ein individueller Impfstoff hergestellt. Dieser soll das Immunsystem darauf trainieren, verbliebene Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen.

Laut Merck wurde die Kombination von den Patienten zudem gut vertragen. Die Nebenwirkungen seien ähnlich gewesen wie bei anderen Impfungen.

Für Moderna könnte der Erfolg weit über dieses Medikament hinaus wichtig sein. Nach dem Einbruch des Geschäfts mit Corona-Impfstoffen muss das Unternehmen zeigen, dass sich seine mRNA-Technologie auch in anderen Bereichen erfolgreich einsetzen lässt. JPMorgan bezeichnete Intismeran zuletzt als das wichtigste Produkt in der Entwicklungspipeline von Moderna.

Auch Marktanalyst Maximilian Wienke von Etoro sieht einen möglichen Wendepunkt. Die Studie liefere einen wichtigen Beleg dafür, dass das mRNA-Prinzip grundsätzlich auch gegen Krebs funktionieren könne, schrieb er in einem Kommentar. Moderna und Merck testen den Impfstoff bereits bei weiteren Tumorarten, darunter Lungenkrebs. Erfolge dort könnten den möglichen Markt deutlich vergrössern.

Allerdings ist die Herstellung aufwendig. Weil der Impfstoff für jeden Patienten individuell produziert wird, dauert dies laut Wienke derzeit rund sechs Wochen. Die Personalisierung sei damit medizinisch ein Vorteil, wirtschaftlich aber zugleich eine Herausforderung.

Zulassung könnte 2027 folgen

Moderna und Merck wollen die vollständigen Ergebnisse nun auf einem medizinischen Fachkongress vorstellen und mit den Zulassungsbehörden über die nächsten Schritte sprechen. Gespräche über die Behandlung und ihre Sicherheit könnten laut Merck in den kommenden Monaten beginnen. Moderna-Chef Bancel hält laut Bloomberg bei einem positiven Verlauf eine Zulassung bereits 2027 für möglich.

An der Börse löste die Nachricht Euphorie aus. Die Moderna-Aktie schoss im vorbörslichen US-Handel zeitweise um mehr als 100 Prozent nach oben, gab danach aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Merck legte ebenfalls deutlich zu.

In der Schweiz ist Moderna unter anderem durch die frühere Zusammenarbeit mit dem Pharmazulieferer Lonza bekannt. Dieser produzierte in Visp den Wirkstoff für den Corona-Impfstoff von Moderna. (awp/sda)

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