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Russen räumen Konten leer aus Angst, Putin klaut ihr Geld für den Krieg

epa13177291 Russian President Vladimir Putin attends a meeting with Myanmar's President Min Aung Hlaing (not pictured) at the Grand Kremlin Palace in Moscow, Russia, 18 August 2026. Myanmar' ...
Greift der russische Präsident Wladimir Putin nach den privaten Geldern seiner Bürgerinnen und Bürger?Bild: keystone

Russen fürchten des Kremls lange Finger und heben Milliarden von ihren Konten ab

Russinnen und Russen heben Milliarden von ihren Konten ab, was sowohl die Banken als auch Präsident Putin vor Probleme stellt.
19.08.2026, 13:3919.08.2026, 15:48

Aus Angst, der Kreml könnte private Gelder zur Finanzierung des Angriffskriegs in der Ukraine einziehen, verschieben viele Russinnen und Russen ihr Vermögen vom Konto unters Kopfkissen.

Laut Daten der Russischen Zentralbank wurden allein in den ersten zwei August-Wochen circa 286,4 Milliarden Rubel (über 2,7 Milliarden Franken) von Bankkonten abgehoben. Im Juli waren es bereits 5,9 Milliarden Franken und im Juni 3,6 Milliarden Franken. 2026 floss bereits mehr Geld ab als während des gesamten ersten Kriegsjahres. Das berichtet die «Washington Post».

«Das ist alles eine Folge der Angst, dass die Regierung etwas mit dem Bankensystem machen könnte, dass sie Bankguthaben verstaatlichen könnte», erklärt Alexandra Prokopenko, ehemalige Beraterin der russischen Zentralbank, der Zeitung. Zwar halte sie eine solche Verstaatlichung für unwahrscheinlich, könne jedoch auch nicht ausschliessen, dass die Behörden gewisse Bezugslimiten einführen werden.

epa12602664 People walk in front of the Bank of Russia (Central Bank of the Russian Federation) headquarters in Moscow, Russia, 19 December 2025. The Board of Directors of the Bank of Russia decided o ...
Die russische Zentralbank in Moskau.Bild: keystone

Probleme für Banken und Putin

«Für einige Banken ist das wirklich ein Problem», erzählt ein ehemaliger hochrangiger russischer Finanzbeamter. «Sie haben nicht damit gerechnet und das ganze Geld woanders investiert. Trotzdem kommen die Leute und heben jeden Monat eine halbe Billion Rubel ab.»

Die Auszahlungen sollen es dem Kreml bereits erschweren, den Krieg durch Staatsanleihen zu finanzieren, schreibt die «Washington Post». Denn die Abnehmer dieser Staatsanleihen sind hauptsächlich russische Banken, welche nun aufgrund des Geldabflusses weniger liquide sind. Banken mit Liquiditätsproblemen haben kein Geld, um neue Staatsanleihen zu kaufen.

Für Grossunternehmen scheint die Angst wohl berechtigt zu sein. Diverse Firmen russischer Milliardäre wurden bereits verstaatlicht. «Wenn die Regierung Geld braucht, wird Putin einfach nach den Vermögenswerten greifen. Er nimmt keine Rücksicht», meint ein Vertrauter eines russischen Milliardärs gegenüber der Zeitung. «Und ich denke, genau darauf läuft es hinaus.»

(nil)

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