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Mannheim: 35 Polizisten bei Pokal-Derby in Deutschland verletzt

35 Polizisten bei Pokal-Derby in Deutschland verletzt

Infolge der schweren Ausschreitungen am Rande des Südwest-Derbys im DFB-Pokal zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern sind nach Polizeiangaben 35 Beamte verletzt worden. Mehrere Fussballfans wurden demnach vorläufig festgenommen.
21.08.2026, 22:0022.08.2026, 08:55

Insgesamt mussten 85 Personen medizinisch betreut werden, acht von ihnen wurden zur weiteren Behandlung in ein Spital gebracht, wie die Polizei mitteilte. Bei den im Spital behandelten Blessuren handelt es sich einer Sprecherin zufolge nach derzeitigem Kenntnisstand um leichte Verletzungen.

Nach Angaben des Veranstalters hatten rund 23'500 Zuschauerinnen und Zuschauer das ausverkaufte Carl-Benz-Stadion in Mannheim am Freitagabend besucht, darunter etwa 3500 Gästefans. Die Stimmung war hitzig, über die gesamte Spielzeit wurde immer wieder Pyrotechnik gezündet.

Fans stürmen den Rasen

Nach torlosen 90 Minuten eskalierte die Situation dann, als nach einer Rudelbildung zwischen den Spielern auf dem Rasen auch noch einige FCK-Anhänger Feuerwerkskörper in den Sitzplatzbereich schossen. Daraufhin stürmten Mannheimer Fans den Platz. Einsatzkräfte der Polizei – manche von ihnen zu Pferd – mussten einschreiten, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen.

Dabei wurden nach Angaben der Polizei 33 Beamte der Bundespolizei sowie zwei Polizisten aus Baden-Württemberg leicht verletzt. Insgesamt waren rund 1400 Sicherheitskräfte im Einsatz – darunter Beamte aus Rheinland-Pfalz und Bayern.

Zeitweise drohte ein Abbruch der Partie. Der Anpfiff zur Verlängerung musste kurzzeitig verschoben werden, nach Wiederaufnahme des Spiels blieb es aber ruhig. Kaiserslautern mit dem Schweizer Jan Elvedi gewann dank eines Treffers in der 120. Minute mit 1:0. Danach löschte die Feuerwehr einen von Fans im Gästefanblock gezündeten Brand.

Die Polizei ermittelt nun wegen Beleidigungen, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte sowie Verstössen gegen das Sprengstoffgesetz.

Verband will umfassende Aufarbeitung

Der Deutsche Fussball-Bund will die Vorfälle «umfassend» aufarbeiten, wie der Verband auf Instagram ankündigte. Beide Vereine kritisierten die Randalierer. Ein Derby dürfe trotz grossen Emotionen nicht ausarten, sagte Lauterns Geschäftsführer Thomas Hengen bei Sky. Das Spiel sei fair gewesen. «Wenn Raketen in den Familienblock geschossen werden, ist das Mass überschritten. Da muss man irgendwann konsequent sein und vielleicht nicht mehr weiterspielen», sagte Waldhof-Geschäftsführer Gerhard Zuber.

Der baden-württembergische Innenminister Manuel Hagel verurteilte die Szenen. «Wer den Fussball als Bühne für Gewaltexzesse missbraucht, andere Fans mit Absicht in Gefahr bringt und vor allem auch Sicherheitskräfte verletzt, ist kein Fan, sondern ein Krimineller», sagte der CDU-Politiker und fügte an: «Genau so werden wir diese Typen auch behandeln, um Recht und Ordnung in unseren Stadien durchzusetzen.» Die Mannheimer Polizei sei «hochprofessionell vorbereitet» gewesen, sagte Hagel. (sda/dpa)

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