Wie Olivia Rodrigo ein palästinensisches Fashion-Label rettete
Macklemore, Gigi Hadid oder Dua Lipa: Sie sind nur einige der Stars, die sich für ein freies Palästina einsetzen. Ein Star ging nun noch einen Schritt weiter und bewahrte mit der Macht der Mode ein palästinensisches Fashion-Label vor dem Ruin.
Popstar Olivia Rodrigo, die zuletzt mit einem Babydoll-Kleid für Schlagzeilen sorgte, trug bei einer Presseveranstaltung ein pinkfarbenes Minikleid des palästinensischen Modekollektivs Nöl Collective. Bei dem Event gab sie bekannt, dass ihr Daisy-Chains-Festival zehn Millionen Dollar für Anliegen von Frauen gesammelt hatte.
Als Rodrigo sich an das Unternehmen wandte, passierte dies in der Zeit, in der Gründerin Yasmeen Mjalli darüber nachdachte, das Handtuch zu werfen. Denn in derselben Woche war eine Textillieferung aus Indien vom israelischen Zoll beschlagnahmt und zerstört worden.
Unkonventioneller Transport
Um Rodrigos Kleid anzufertigen, gab es gerade noch ein einziges Stoffteil: Das Label, das fast ausschliesslich mit Naturfasern arbeitet, fertigte aus einem Stück roher Seide in einem zarten Pink-Ton ein für die Sängerin passendes Kleid mit Blumen und Vogelbestickungen, welche einerseits das Daisy-Chains-Festival und andererseits Freiheit symbolisieren. Dies in weniger als einer Woche. Dazu gehörte auch der Versand nach Kalifornien in den USA.
Dabei gab es aber ein weiteres Problem: Kein Versanddienst in ihrem Land war in der Lage, das Kleid rechtzeitig zum Festival in die USA zu liefern. Laut «Vogue Arabia» wurde das Kleid schliesslich mithilfe von zwei Fremden transportiert. Diese nahmen das Kleid kurzerhand mit ihrem privaten Gepäck mit und brachten es persönlich nach Los Angeles.
Familien miteinander verflochten
Rodrigos Kleid trug dazu bei, das Überleben einer ganzen Reihe von Familien zu sichern. Wie die «Vogue Arabia» berichtete, sind die palästinensischen Familien, die mit dem Label zusammenarbeiten, aufgrund der nach dem 7. Oktober verhängten Einschränkungen bei den Arbeitserlaubnissen fast vollständig auf das Kollektiv angewiesen. Das 2020 gegründete Unternehmen arbeitet unter anderem mit Frauengenossenschaften zusammen, die traditionelles Handwerk bewahren. Rodrigos Auftrag half damit, ein ganzes Netzwerk von Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerkern aufrechtzuerhalten und trug dazu bei, deren kulturelles Erbe zu sichern.
(kek)
