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Marjorie Taylor Greene rechnet mit Trump ab: «Sie sind eine Schlange»

Rep. Marjorie Taylor Greene, R-Ga., listens during a hearing of the House Committee on Homeland Security on Capitol Hill in Washington, Thursday, Dec. 11, 2025. (AP Photo/Mark Schiefelbein)
Marjorie T ...
«Und mein Fehler war, dich überhaupt erst zu unterstützen.» Marjorie Taylor Greene teilte vor kurzem ihre wichtigsten drei Kritikpunkte an Trump öffentlich.Bild: keystone

«Sie sind eine Schlange»: Marjorie Taylor Greene rechnet mit Trump ab

Die ehemalige republikanische Abgeordnete hat auf einen personalisierten Spendenaufruf des US-Präsidenten reagiert. Ihre Breitseite stösst online auf ein grosses Echo.
13.10.2026, 16:0413.10.2026, 16:04
Renzo Ruf
Renzo Ruf

Ein US-Korrespondent bekommt nicht häufig Post vom amerikanischen Präsidenten. Am Wochenende aber landete ein E-Mail von Donald Trump in meinem Postfach. Er schrieb darin, dass er meine Hilfe benötige, damit seine Mitteilungen möglichst viele «TOP-PATRIOTEN» erreichten.

Richtig geraten: Beim Mail handelte es sich nicht um eine Nachricht aus dem Oval Office – sondern um einen Spendenaufruf des Republikaners. Immerhin war dieser aber personalisiert. «Renzo, habe ich etwas falsch gemacht?», fragte mich «DJT» darin.

Ich liess die Frage im Raum stehen und löschte die Nachricht. Ganz anders reagierte die ehemalige Abgeordnete Marjorie Taylor Greene auf den virtuellen Bettelbrief. Die Republikanerin beantwortete am Sonntag die (rhetorische) Frage des Präsidenten, weil sie zehn Monate nach ihrem Rücktritt aus dem Repräsentantenhaus immer noch sauer auf Trump ist. «Ja, Sie haben tatsächlich etwas falsch gemacht», schrieb sie.

Und weil Greene ein ausgeprägtes Sendungsbedürfnis besitzt, veröffentlichte sie ihre Antwort umgehend auf dem Onlinedienst X. Dort wurde sie allein in den ersten 24 Stunden gegen 1,4 Millionen Mal angeklickt.

Greene kritisiert den Iran-Krieg scharf

Die drei wichtigsten Kritikpunkte von MTG, wie Greene häufig genannt wird: Erstens habe sich der Präsident geweigert, sämtliche Ermittlungsakten über den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu veröffentlichen. Stattdessen habe Trump seine «pädophilen Vergewaltiger-Freunde» beschützt.

Zweitens habe der Präsident unnötigerweise einen Krieg gegen den Iran vom Zaun gebrochen, der von der grossen Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung abgelehnt werde. Dieser «dumme» Konflikt habe nicht nur Hunderte Kinder im Iran das Leben gekostet, auch seien 21 Mitglieder der US-Streitkräfte gestorben. Und drittens unterstütze Trump den israelischen «Genozid» gegen die palästinensische Zivilbevölkerung in Gaza.

Hinzu kämen die Versäumnisse in der Wirtschaftspolitik. Zusammenfassend lasse sich deshalb sagen, dass Trump die Schlange sei, von der er in seinen Wahlkampfreden häufig warne. «Ihnen war es nie wichtig, Amerika an die erste Stelle zu setzen oder Amerika wieder grossartig zu machen», schreibt die 52-jährige Ex-Abgeordnete. Ihr Fehler sei es gewesen, Trump überhaupt jemals unterstützt zu haben.

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Ein Bild aus glücklicheren Zeiten: 2022 besuchte Marjorie Taylor Greene zusammen mit dem Kommmentator Tucker Carlson ein Golftournier von Donald Trump.Bild: keystone

Plant die Ex-Abgeordnete ein Comeback?

Die Kritik von Greene – die sie in ähnlicher Form schon mehrmals vorgetragen hat – blieb natürlich nicht unkommentiert. Einige Trump-Fans zeigten sich auf X enttäuscht über die Aussagen der Politikerin, die einst einen republikanischen Wahlkreis im Bundesstaat Georgia vertreten hatte. Eine frühere Kritikerin schrieb: «Sie hat gute Argumente. Ich bin so hin- und hergerissen.»

Andere Stimmen aus dem Lager der Demokraten wiesen darauf hin, dass Greene bis vor wenigen Monaten dem Präsidenten durch dick und dünn assistiert habe. Es sei zwar schön, dass sie sich nun eines Besseren besinne. Aber glaubwürdig sei ihre Kehrtwende wenige Wochen vor der drohenden Wahlniederlage der Republikaner nicht. MTG bereite sich vielmehr auf die Zeit nach Trump vor und strebe ein Comeback an. Bisher wies Greene allerdings die Gerüchte zurück, sie werde sich 2028 um die Präsidentschaft bewerben. (schweizheute.ch)

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