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Drohne mit Sprengstoff über ukrainischem Flugzeug am Flughafen Leipzig

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In der Nacht auf Mittwoch wurde der Flugbetrieb zeitweise eingestellt. Bild: www.imago-images.de

Mitarbeiter stiess zufällig auf Drohne und Sprengstoff am Flughafen Leipzig

Nach dem nächtlichen Drohnen-Vorfall auf dem ostdeutschen Flughafen haben Spezialisten der Bundespolizei einen am Boden liegenden Sprengsatz entschärft.
05.08.2026, 10:3925.08.2026, 14:17

Nach Angaben des Landeskriminalamts des ostdeutschen Bundeslandes Sachsen hat der Flughafen-Mitarbeiter die Drohne auf der Start- und Landebahn «Südpiste» bemerkt. Der Quadcopter lag nach Angaben aus Sicherheitskreisen nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Spezialisten der Bundespolizei entschärften einen Sprengsatz, der sich in einer Büchse befand.

Korrektur: Die Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa), wonach der Mitarbeiter einen fliegenden Quadcopter mit einem Fusstritt zu Boden brachte, war falsch.

Die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden und das im LKA ansässige Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ), haben die Ermittlungen übernommen. Sie schliessen eine politische Motivation nicht aus. Deshalb sei auch das PTAZ im Einsatz, hiess es. Der Flughafen gehöre zum Bereich der kritischen Infrastruktur.

Flugbetrieb vorübergehend eingestellt

Der Flugbetrieb wurde nach Feststellung der Drohne in der Nacht zunächst komplett eingestellt. Nach einer umfangreichen Kontrolle des Flughafens konnte die Start-/Landebahn «Nordpiste» noch in der Nacht wieder freigegeben werden. Die Start-/Landebahn «Südpiste» sollte aus Wartungsgründen am Mittwoch nicht genutzt werden.

«Es besteht keine Gefahr für Leib oder Leben von Passagieren oder Mitarbeitern des Flughafens. Der Flugverkehr für Passagiere ist nicht beeinträchtigt», stellten die Ermittler klar.

Zusammenhänge noch unklar

Unklar ist bislang noch, ob es einen Zusammenhang zwischen dem zuerst gesichteten Flugobjekt und der Drohne mit Sprengvorrichtung gibt, die am Boden gefunden wurde. Der Leipziger Polizeisprecher Olaf Hoppe stellte klar, dass Unbefugte nicht einfach auf das Rollfeld gelangen können. Es liege der Schluss nahe, dass das besagte Objekt aus der Luft auf den Boden gelangt sei.

Die Drohne befand sich nach den Angaben aus Sicherheitskreisen nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Sie wurde sichergestellt und mit einem Röntgengerät untersucht. Sachsens Innenminister Armin Schuster sprach von einem «sehr ernsten Sicherheitsvorfall».

Ukrainisches Unternehmen hat Basis am Flughafen

Das ukrainische Luftfahrtunternehmen Antonow errichtet derzeit am Flughafen Leipzig/Halle einen neuen Wartungshangar. Der Bau soll in der ersten Jahreshälfte 2027 fertiggestellt werden. Die Ukrainer sind schon seit 2006 mit einer Wartungsbasis an dem Flughafen vertreten. Infolge des russischen Angriffskriegs haben sie ihre Flotte komplett dorthin verlegt. Sechs Maschinen sind hier stationiert.

Das deutsche Innenministerium konnte zu einem möglichen Zusammenhang zwischen dem damaligen und dem aktuellen Vorfall nichts sagen. Der Sprecher bestätigte allerdings, dass ein Flugzeug, das eigentlich in Leipzig hätte landen sollen, nicht landen konnte und durchstarten musste. Die Maschine sei «dabei anscheinend mit etwas kollidiert und konnte dann in Hannover landen».

Drohnen sorgen immer wieder für Aufregung

Wie an anderen Flughäfen auch musste der Flugverkehr in Leipzig in den vergangenen Jahren nach Drohnensichtungen mehrmals eingestellt werden. Im vergangenen Herbst hatte der Betrieb am Flughafen München wegen Drohnen-Überflügen wiederholt eingestellt werden müssen. In der Folge wurde ein Gemeinsames Drohnenabwehrzentrum zum Austausch zwischen Bund und Bundesländern bei der Bundespolizei eingerichtet.

Auf die vom Innenministerium zugesagte Ausstattung mit Systemen zur Detektion und Abwehr von Drohnen warten die Flughäfen Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg, Leipzig/Halle und Köln/Bonn allerdings noch, wie der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV, Ralph Beisel, erklärte.

Ukrainischer Botschafter äussert Verdacht

Der Botschafter der Ukraine in Deutschland, Oleksii Makeiev, vermutet Russland hinter dem Drohnen-Vorfall. «Ich hoffe, dass auch all die Behörden in Deutschland jetzt die Tatsachen feststellen. Aber wer könnte es noch sein ausser Russland?», sagte er dem Nachrichtensender «Welt TV».

Die Ukraine habe im Verteidigungskrieg gegen Russland viele Erfahrungen mit Drohnen gesammelt, betonte Makeiev. «Unsere Erfahrung ist einmalig. Und wir bieten unserem strategischen Partner Deutschland diese Erfahrungen unseres Militärs, unserer Feuerwehrleute, unsere Ärzte an.»

(sda/dpa)

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